Das Niklausschwinget ist eher zufällig aus der Taufe gehoben worden. In den letzten 80 Jahren hat es mehrfach den Austragungsort gewechselt. Seit den 1990er-Jahren ist es nun in Dietikon zuhause.

Bevor die Festtage kommen, heisst es für die Mitglieder des Schwingklubs Glatt- und Limmattal noch einmal anzupacken. Jedes Jahr Anfang Dezember steht zum Saisonabschluss das Niklausschwinget auf dem Programm. Ihren Anfang nahm die Geschichte des Traditionsanlasses 1936 anlässlich des Nordostschweizer Schwingfestes. Und das wohl eher zufällig. Jedenfalls kam damals die Idee auf, ein Schwingfest ausserhalb der normalen Saison durchzuführen. Bereits ein Jahr später wurde sie in die Tat umgesetzt. Zusammen mit der Zunft zu St. Niklausen organisierte der Schwingklub Glatt- und Limmattal das erste Niklausschwinget in Oerlikon.

Kein Zufall

Dass die Wahl auf das damals noch junge Stadtquartier als Austragungsort fiel, war kein Zufall. Die Zunft zu St. Niklausen war wenige Jahre zuvor am 28. Dezember 1933 gegründet worden. Deren Mitglieder kamen allesamt aus den vier Glatttalgemeinden Oerlikon, Seebach, Schwamendingen und Affoltern, die nach der Abstimmung vom 5. Juli 1931 auf den 1. Januar 1934 hin in die Stadt Zürich eingemeindet wurden. Viele der Gründerzünfter kannten sich schon lange, etwa durch den Schwingklub Glatt- und Limmattal. Dieser war am 5. Februar 1905 von 34 Nationalturnern des Glatt- und Limmattal-Turnverbandes als Ring- und Schwingklub mit Sitz in Seebach gegründet worden.

Die Zusammenarbeit mit der Zunft erwies sich als fruchtbar. Der vermutlich nur als erweiterte Klubschwinget gedachte Anlass entsprach dem Bedürfnis der Schwinger, auch in der Wintersaison Wettkämpfe zu bestreiten. Und so entwickelte er sich rasch zu einem der grössten Indoor-Schwingfeste. Als Dank und Anerkennung für die gute Zusammenarbeit mit den Zünftern heisst der Anlass bis heute Niklausschwinget.

Von Zürich-Nord ins Limmattal

Während sich am Namen des Festes in all den Jahren nichts geändert hat, wechselte der Austragungsort mehrmals. Bis 1966 fand das Niklausschwinget in der Liguster-Turnhalle in Oerlikon statt. Ein Jahr später fiel es zum ersten und einzigen Mal in seiner Geschichte aus. Der Grund waren Umbauarbeiten in der Halle. 1968 wurde das Schwingfest kurzfristig im Stadthof 11 durchgeführt. Es war ein einmaliger Abstecher. Denn nur ein Jahr später bot sich die Gelegenheit, in die Züspa-Halle gegenüber dem Hallenstadion umzuziehen. Dort konnte 1987 das 50. Niklaus-schwinget gefeiert werden.

Allerdings mussten sich die Schwinger bald darauf erneut nach einer neuen Heimat für ihr Fest umsehen, denn die Hallenmiete stieg immer weiter an und wurde für den Klub zu einer immer grösseren finanziellen Belastung. Fündig wurden sie schliesslich in Dietikon. 1993 ging das Niklausschwinget erstmals in der Stadthalle über die Bühne. Massgeblich an der Verlegung des Anlasses von Zürich ins Limmattal beteiligt war der damalige OK-Präsident Ruedi Vogel aus Bergdietikon.

In der Stadthalle wurde bis ins Jahr 2000 geschwungen. Dann standen die Verantwortlichen wieder vor der Frage, wo sie ihr Fest durchführen können. Dieses Mal machte ihnen ein Feuer zu schaffen. Am 7. April 2001 brannte die Stadthalle komplett nieder. Als Ursache gilt bis heute Brandstiftung. Die Täter wurden allerdings nie gefasst. Für die Schwinger hiess es, erneut umzuziehen. Dieses Mal führte der Weg nach Schlieren. In der Sporthalle Unterrohr gingen das Niklausschwinget 2001 und 2002 über die Bühne, ehe die Rückkehr nach Dietikon folgte. Bis heute ist die neue Stadthalle Austragungsort des Traditionsanlasses. Und daran soll sich so schnell nichts ändern.

von Bruno auf der Maur/ Sandro Zimmerli — az Limmattaler Zeitung